Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Als Faustregel sollte deine BU-Rente 70 bis 80 % deines heutigen Nettoeinkommens betragen. Dazu kommen zwei Punkte, die oft übersehen werden: Von der BU-Rente können im Leistungsfall noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern abgehen – und die Inflation frisst über die Jahre einen Teil der Kaufkraft. Deshalb plane ich die BU-Rente mit meinen Kunden lieber etwas höher und sorge über die Nachversicherungsgarantie dafür, dass sie später mitwachsen kann.

Schritt für Schritt zur richtigen BU-Rente

  1. Feste Kosten aufschreiben: Miete oder Kredit, Nebenkosten, Auto, Versicherungen, Lebensmittel, Kinder. Das ist das Minimum, das die BU-Rente decken muss.
  2. Altersvorsorge mitdenken: Wer berufsunfähig wird, zahlt meist nicht mehr in die Rentenkasse ein. Ein Teil der BU-Rente sollte deshalb in die Altersvorsorge fließen können – oder du schließt eine Beitragsbefreiung für deine Vorsorgeverträge mit ein.
  3. Abzüge im Leistungsfall einrechnen: Kranken- und Pflegeversicherung sowie Steuern (siehe unten).
  4. Grenzen der Versicherer beachten: Versicherer versichern nicht unbegrenzt. Die maximale BU-Rente richtet sich nach deinem Einkommen und Beruf.

Ein Rechenbeispiel

Position Betrag pro Monat
Heutiges Nettoeinkommen 2.500 €
Bedarf im Leistungsfall (80 %) 2.000 €
+ mögliche Kranken- und Pflegeversicherung (wenn freiwillig gesetzlich versichert) ca. 400–500 €
+ Steuer auf den Ertragsanteil der BU-Rente je nach Situation
Sinnvolle BU-Rente ca. 2.400–2.600 €

Vereinfachtes Beispiel. Die tatsächlichen Abzüge hängen von deiner Krankenversicherung, deinen weiteren Einkünften und der Restlaufzeit der BU-Rente ab.

Welche Abzüge im Leistungsfall möglich sind

  • Kranken- und Pflegeversicherung: Endet dein Arbeitsverhältnis und du bist danach freiwillig gesetzlich versichert, zahlst du Beiträge auf alle Einnahmen – auch auf deine private BU-Rente. Bist du dagegen pflichtversichert, etwa als Bezieher einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, ist die private BU-Rente meist beitragsfrei. Privat Versicherte zahlen ihren PKV-Beitrag weiter, oft mit Beitragsbefreiung im Leistungsfall, wenn sie vereinbart ist.
  • Steuern: Bei einer privaten BU-Versicherung wird nur ein Teil der Rente besteuert, der sogenannte Ertragsanteil. Er hängt davon ab, wie lange die Rente noch läuft. Läuft die BU über eine Basisrente oder die betriebliche Altersvorsorge, wird die Rente dagegen voll versteuert.

Inflation: Warum 2.000 € heute nicht 2.000 € in 30 Jahren sind

Bei 2 % Inflation pro Jahr halbiert sich die Kaufkraft deines Geldes in rund 35 Jahren. Wer mit 30 berufsunfähig wird und bis 67 eine feste Rente bekommt, kann sich am Ende nur noch etwa die Hälfte davon leisten. Dagegen helfen zwei Bausteine:

  • Beitragsdynamik: Deine versicherte Rente steigt regelmäßig, ohne neue Gesundheitsprüfung – vor dem Leistungsfall.
  • Leistungsdynamik: Die Rente steigt auch während du sie bekommst, zum Beispiel um 1 bis 2 % pro Jahr.

Und wenn ich heute noch wenig verdiene?

Schüler, Auszubildende und Studierende können meist eine feste BU-Rente zwischen 1.000 und 1.500 € absichern, egal wie viel du aktuell verdienst. Über die Nachversicherungsgarantie erhöhst du die Rente später – bei Berufsstart, Gehaltssprung, Heirat oder Geburt eines Kindes – ohne neue Gesundheitsfragen. So startest du früh und günstig und wächst mit.

Häufige Fragen zur Höhe der BU-Rente

Kann ich mich überversichern?

Nein, die Versicherer prüfen dein Einkommen und begrenzen die BU-Rente. Eine Überversicherung ist also kaum möglich – eine Unterversicherung leider schon sehr häufig.

Ist eine niedrigere BU-Rente besser als keine?

Ja. Wenn der Beitrag für die volle Rente zu hoch ist, starte lieber mit einer etwas geringeren Rente und erhöhe sie später über die Nachversicherungsgarantie. Eine kleine BU ist deutlich besser als gar keine.

Muss ich die gesetzliche Erwerbsminderungsrente einrechnen?

Ich rechne sie nicht fest ein. Sie gibt es nur, wenn du gar keine Tätigkeit mehr ausüben kannst, und sie liegt deutlich unter deinem bisherigen Einkommen. Bekommst du sie trotzdem, ist sie ein willkommener Zusatz.

Wie hoch war die BU-Rente in deinem Leistungsfall?

Mein Kunde, der mit 29 Jahren berufsunfähig wurde, bekommt heute rund 4.500 € im Monat. Möglich war das, weil die Rente von Anfang an passend zu seinem Einkommen geplant war.

BU-Rente gemeinsam berechnen

Ich rechne mit dir aus, welche BU-Rente zu deinem Einkommen, deinen Kosten und deiner Familie passt – kostenlos, im Büro in Fritzlar, bei dir zu Hause in Kassel und Umgebung oder online.

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Stand: Oktober 2026. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung oder Steuerberatung.

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